Pro-Hormone

Prohormone sind ein Begriff, den man meist in Zusammenhang mit Bodybuilding, Krafttraining und Fitness hört. Auch wenn unzählige Studien eine positive Wirkung der Prohormone bezeugen, so sollte man diese Produkte auf keinen Fall verharmlosen. Nicht umsonst sind Prohormone in Deutschland rezeptpflichtig. Viele Bodybuilder nehmen den Umweg in Kauf, und erwerben ihre Prohormone – meist über das Internet – aus dem Ausland. Viele von ihnen wissen wahrscheinlich gar nicht, was sie sich damit antun. Viele sehen nur den prophezeiten Erfolg – schnell und lang anhaltend eine große Menge an Muskelmasse aufzubauen. Pro-Hormone werden im Regelfall gegenüber Steroiden als absolut unbedenklich dargestellt. Dies ist es, was vielen Männern und Frauen Vertrauen gibt. Dieses ist aber Fehl am Platz, da die möglichen Nebenwirkungen meist nicht in Relation zum erwünschten Erfolg stehen.

Aber bevor wir nun im Text weitergehen. Was sind überhaupt Prohormone?

Prohormone sind die direkte Vorstufe zu den Hormonen. Es gibt zwei Gruppen von Prohormonen, die im Kraftsportbereich und im Bodybuilding verwendet werden. Andro-Prohormone und Norandro-Prohormone. Prohormone werden im Körper mit Hilfe von körpereigenen Enzymen, zu Hormonen weiterverarbeitet. Zu Testosteron, und zu Nortestosteron um genau zu sein. Die männlichen Hormone sorgen dafür, dass mehr Muskelmasse aufgebaut werden kann und gleichzeitig der Fettabbau angekurbelt wird. Es wird versprochen, dass zumindest die Norandro-Prohormone frei von Nebenwirkungen sind. Auch bei den Andro-Prohormonen wird als Nebenwirkung nur die Aromatisierung (Die Teilweise Umwandlung in Östrogene) erwähnt. Dies ist aber nur die Nebenwirkung, die relativ rasch nach der Einnahme auftritt. Über die weitreichenden Folgen wird jedoch kaum ein Wort verloren. Dabei sind die Folgeerkrankungen schwerwiegender, als die sofortige Nebenwirkung, die man ja bekanntlich mit Aromatisierungsblockern bekämpfen kann.
Die Aromatisierung ist also die gleiche Nebenwirkung, wie bei Steroiden. Der Körper erkennt den erhöhten Testosteronspiegel und reagiert dementsprechend darauf. Der Körper arbeitet nun auf Hochtouren, um das Gleichgewicht zwischen Testosteron und Östrogen wieder herzustellen. Die Bildung vom Östrogen wird demnach angekurbelt, die Testosteronbildung wird gehemmt.

Pro-Hormone haben, wie jeder andere entwickelte Stoff, natürlich auch ihren Nutzen. DHEA beispielsweise zeigt keinerlei Wirkungen bei jungen Männern. Jedoch bestätigen einige Berichte eine sehr gute Wirkung auf die Testosteronproduktion bei Männern im höheren Alter, deren Vitalität vor der DHEA Einnahme langsam abbaute. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen, auf die wir gleich noch eingehen werden, ist von einer Selbstmedikation abzuraten und ein Einsatz von Prohormonen, aus welchen Gründen auch immer, sollte unbedingt von einem Arzt begleitet werden.

Also, damit wir nicht auch noch zur Verharmlosung beitragen, hier die Liste der möglichen Erkrankungen/Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Prohormonen entstehen können.

Bei Frauen:
– Virilisierung (Vermännlichung), sowie die
– irreversible Veränderung der Stimmlage.

Bei Männern:
– Gynäkomastie (Bildung einer weiblichen Brust, unter anderem mit schmerzhaften Knötchen)
– Vergrößerung der Prostata (Auch eine sehr schmerzhafte Erkrankung, unter Umständen sogar unheilbar)
– Haarausfall (Glatzenbildung)
– Andro-Prohormone steigern die sexuelle Lust (erhöhter Testosteronspiegel)
– Norandro-Prohormone verringern die sexuelle Lust

Bei Männern und Frauen:
– schwere Schäden der Leber und der Nieren.

All diese Folgeerkrankungen sollten auf keinen Fall auf die leichte Schulter genommen werden. Man sollte auch niemals sagen: „Mir passiert schon nichts, ich passe ja auf“. Fakt ist, dass Prohormone genau so gefährlich sind, wie Steroide, auch, wenn sie „nur“ eine Vorstufe zu den Hormonen sind.
Alle vier Prohormone haben eine anabole und eine antikatabole Wirkung. Der Aufbau der Muskelmasse wird angeregt, der Abbau vermindert, bzw. verhindert.

Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns wiederholen:
Die Verwendung und der Verkauf von Prohormonen sind in Deutschland illegal. Dasselbe gilt auch für Steroide. Auch, wenn viele Prohormone als Steroidersatz verwenden (oder verwenden wollen), sollte man die eigene Gesundheit vor der Muskelmasse in den Vordergrund stellen. Eine Muskulatur, egal, ob bei Frau oder Mann, die durch harte Arbeit und diszipliniertem Training entstand, ist sowieso viel schöner anzusehen und ist auch viel ästhetischer.