Muskelkater – Muskelwachstum

Fast jeder kennt diesen aufdringlichen Schmerz in den Armen, Beinen, oder sogar im Rücken, der gerade dann auftritt, wenn ihn keiner brauchen kann. Meist entsteht ein Muskelkater nach Sport, oder nach körperlicher Anstrengung (Schaufeln, Tragen von schweren Gegenständen, Wandern, u. U. auch nach Sex). Was den Muskelkater verursacht, darüber waren sich die Wissenschaftler lange Zeit nicht ganz einig. Theorien über die Bildung von Milchsäure wurden aufgestellt, doch diese konnten nie bestätigt werden. Ganz im Gegenteil. Heute hat man sich darauf geeinigt, dass Muskelkater durch kleine Risse im Muskelgewebe entsteht. Durch diese winzigen Risse kann Wasser in das Muskelgewebe eindringen und diese von innen ausdehnen. Diese Dehnung ist der Schmerz den man bei jeder, noch so kleinen Bewegung verspürt. Geübte Sportler und trainierte Personen bekommen seltener einen Muskelkater. Dieses Phänomen tritt eher bei untrainierten Personen auf.

Muskelkater tritt meist etwa einen Tag nach der körperlichen Anstrengung auf und die Schmerzen können bis zu einer Woche anhalten. Sportler und Bodybuilder können aber auch Muskelkater bekommen, wenn auch nicht so leicht, wie andere Personen. Bei Athleten, Sportlern und Bodybuildern entsteht Muskelkater meist nur dann, wenn sie nach einer längeren Pause wieder mit dem Sport bzw. Fitnesstraining beginnen, oder eine neue Übung das erste Mal durchführen. Die hierzu benötigten Muskeln sind also zu Beginn einer neuen Übung noch nicht ausreichend trainiert und sind aus diesem Grund für Muskelkater anfälliger. Die betroffenen Muskeln schmerzen aber nicht nur bei Bewegung. Auch ein Draufdrücken ist sehr unangenehm bis schmerzhaft. Auch fühlen sich die betroffenen Muskeln sehr schwach und kraftlos an.

Warum kommt der Schmerz eigentlich erst Stunden, oder einen Tag später und nicht sofort?

Diese Frage ist schnell beantwortet. Die Nervenenden liegen außerhalb der Muskeln, im Bindegewebe. Ein sofortiger Schmerz würde also Verletzungen im Bindegewebe voraussetzen. Nach der Verletzung beginnt der Körper, die beschädigten Zellen abzubauen. Hierbei entstehen so genannte Spaltprodukte, die die Zellen verlassen. Erst, wenn die Spaltprodukte die Nervenenden erreichen und diese zu reizen anfangen, spürt man den Schmerz. Dieser Prozess dauert allerdings eine ganze Weile und deswegen kommt der Schmerz erst Stunden später.

Bedeutet Muskelkater gleich Muskelwachstum?

Viele leben in dem Irrglauben, wenn sie hart trainiert haben, und einen Muskelkater haben, dann bedeutet dies, dass die Muskulatur wächst. Ein sehr dummer Gedanke. Ein Muskelkater ist und bleibt eine Verletzung der Muskulatur und sollte eigentlich behandelt werden. Mit Muskelwachstum hat das allerdings nichts zu tun.

Muskelkater, was tun…

Natürlich stellt man sich unweigerlich die Frage, was kann man tun, um Muskelkater vorzubeugen bzw. diesen zu behandeln. Diese Frage ist berechtigt und kann auch beantwortet werden.

Vor dem Training sollte sich ausreichend aufgewärmt werden. Dazu eignet sich z.B. laufen, fahren auf dem Ergometer oder auch Stepper. Auf ein Dehnen sollte verzichtet werden, da es den Muskel noch mehr irritiert und letzendlich verletzt. Zudem kommt es meist zu einer Leistungsminderung und erhöhter Verletzungsanfälligkeit.

Mit dem Muskelkater gehen viele Irrglauben einher. Zum ersten sagt man, man solle auf den Muskelkater „drübertrainieren“ und sich den Schmerz verbeißen. Dies ist völlig falsch. Durch die erneuten Strapazen wird die Heilung deutlich verzögert. Besser ist dagegen, wenn man sich in der Zeit, in der man Schmerzen verspürt, sich langsam und schonend zu bewegen, eben, damit sich die geschädigte Muskulatur regenerieren kann.
Massagen (bis auf ein sehr leichtes Massieren) sind genau so fehl am Platz bei einem Muskelkater. Besser dagegen sind Wärmekuren. Saunabesuche, warme Bäder können die Schmerzen lindern und die Heilung beschleunigen. Ein weiterer Tipp, um Muskelkater vorzubeugen ist, wenn man direkt nach dem Sport, bzw. Anstrengung die betroffene Muskulatur (beim Laufen die Beine, beim Krafttraining Beine, Arme, Rücken) mit medizinischem Alkohol einreibt. Auch die richtige Ernährung sowie ausreichende Versorgung mit Protein, Magnesium und im speziellen L-Glutamin kann die Regenrationszeiten weiterhin verkürzen.