Übergewicht und Fettleibigkeit beginnen im Gehirn

Prof. Jens Claus Brüning ist genau dieser Meinung. Der Internist des Institutes für Genetik der Kölner Universität fand in Versuchen mit genmanipulierten Ratten und Mäusen heraus, dass diese fettleibig wurden, da einige bestimmte Nervenzellen im Gehirn fehlten.


Es geht dabei um das Hormon Leptin. Dieses vom griechischen „lepsos“ (was „schlank“ bedeutet) abgeleitete Hormon wird von den Fettzellen im Körper freigesetzt und wird durch den Blutkreislauf zum Gehirn transportiert. Dort gibt das Leptin die Information an das Gehirn weiter, ob eine weitere Nahrungsaufnahme nötig sei oder nicht.
In den Versuchen mit den genmanipulierten Nagern wurde gezeigt, dass nur bestimmte Zellen im Gehirn einen Leptin-Rezeptor tragen und somit auf die Signale des Hormons reagieren konnten. Fehlen diese Zellen mit den Rezeptoren, erkennt das Gehirn nicht, dass eine Sättigung eintreten sollte mit der Folge einer weiteren Nahrungsaufnahme bzw der Fettleibigkeit. Es ist nun die Aufgabe herauszufinden, wieso diese Zellen nicht die nötigen Rezeptoren aufweisen bzw. nicht auf das Leptin reagieren können.

Prof. Brüning erhielt den höchstdotierten deutschen Forscherpreis 2007 für seine Forschung und Erkenntsnisse auf dem Gebiet der Rolle von Nervenzellen im Gehirn, die für die Regulation von Appetit verantwortlich sind. Aufgrund der Tatsache, dass ca. 20% der Deutschen übergewichtig sind, wird Brünings Arbeit der Grundlagenforschung auf diesem Gebiet unter Betrachtung weiterer äußerlicher, nicht hormoneller, Einflüsse weitergeführt um die Ursachen der steigenden Fettleibigkeit unserer Gesellschaft zu ergründen.