Fitness und Entspannung – zwei Seiten einer Medaille

Aktive und sportliche Menschen wissen meist über Fitness gut Bescheid. Dabei ist zu beobachten, dass das Thema Entspannung dabei oft recht stiefmütterlich behandelt wird. Dies resultiert meist aus Unwissenheit. Wie folgend beschrieben, ist Stressabbau das verbindende Element von Fitness und Entspannung. Beide sind zwei Seiten einer Medaille.

Fitness löst Stress

Diese Erfahrung macht jeder, der sich fit hält: Ob beim Joggen, einer Mannschaftssportart oder Gerätetraining – hinterher fühlt man sich körperlich angenehm ausgepowert und entspannt. Dennoch ist die Wahrnehmung gesteigert und die geistige Verfassung angeregt. Wie kommt das eigentlich?
Durch die Muskelaktivität wird der ganze Körper besser durchblutet. Die Sauerststoffaufnahme wird erhöht, der Sauerstoff wird durch das Blut in jede Zelle gepumpt. Die Konzentration der „Glücksbringer“ Serotonin und Dopamin im Blut erhöht sich. Leichte Verspannungen können sich in der aktiven Bewegung lösen. Warum reicht das alleine manchmal nicht aus? Das hat etwas mit der Entstehung von Stress zu tun.

Die Stressreaktion – heute noch wie in der Steinzeit!

Eine autonome Stressreaktion verläuft grundsätzlich heute noch wie in der Steinzeit in uns ab. Durch Stressoren kommt es zu:

– Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin, Testosteron und Kortisol
– Atmungs- und Pulsfrequenz sowie Blutdruck werden erhöht
– Magen- und Darmaktivitäten werden eingestellt
– Blutreserven werden mobilisiert

Der Unterschied zur Steinzeit ist aber durch unsere Lebensweise gegeben: Bei Kampf oder Flucht wurde die bereitgestellte Muskelenergie auch wieder verbraucht. Es kam zu einer Normalisierung der Körpersituation. Heute bleiben wir oft durch die fehlende Abreaktion des bereitgestellten Potentials auf der Energie sitzen. Dies kann zu chronischen Verspannungen führen.

Entspannung beugt Stress vor

Reale Gefahren sind im alltäglichen Leben für den Durchschnittsmenschen selten. Es sind heute überwiegend mentale Prozesse, die in uns eine Vorstellung von Gefahr erzeugen. Über die Vorstellung, die wir uns von der Umwelt machen, haben wir aber durchaus Kontrolle. Oder aber, wir können dies erlernen. An Kindern kann man das beobachten: Etwa zur Nacht kann eine negative Fantasie bei einem Kind eine Angst- und Stressreaktion auslösen. Wenn wir ein solches Kind beruhigen und dafür sorgen, dass seine Umgebung wieder ein Ort zum Wohlfühlen wird, verschwinden diese Reaktionen wieder. Als Erwachsene scheinen wir diesen einfachen und hilfreichen Mechanismus manchmal zu vergessen: Statt uns zu beruhigen, putschen wir uns mit negativen Gedanken auf oder drehen uns in destruktiven Grübelschleifen. Schlechte Gefühle und körperliche Verspannung sind die Folgen. Hier helfen Entspannungsübungen oder eine kleine Auszeit.

Entspannen – aller Anfang ist leicht

Nach dem Sport ist die Zeit für Entspannung. Hierfür ist es praktisch, sich bequem auf den Rücken zu legen und in den Körper zu spüren. Nach körperlicher Aktivität wird dies meist als angenehm empfunden. Wo ist Wärme spürbar? Wo ein Gefühl von Kraft? Wo ein angenehm weiches Gefühl?
Dabei auf den Atem zu achten verstärkt dieses Gefühl noch: Die Atmung wahrnehmen und fließen lassen, so wie der Körper es will.
Sollte es Stellen im Körper geben, die sich noch nicht entspannt anfühlen, kann man seinen Atem in Gedanken dort hinschicken. Bewusste Gedanken an Wärme und Leichtigkeit unterstützen diesen Prozess.
Eine jederzeit leicht zu praktizierende Entspannungsübung ist die Progressive Muskelrelaxation: Im Liegen spannt man nacheinander verschiedene Muskelgruppen an. Man beginnt etwa bei den Unterschenkeln und arbeitet sich bis zu den Armen nach oben. Dabei wird jede Anspannung für etwa drei Sekunden beibehalten und dann wieder gelöst. Das Entspannungsniveau der Muskeln verbessert sich mit der Zeit deutlich.
Wer sowohl seine Fitness fördert als auch Entspannung einübt, begegnet Stress sehr effektiv von zwei verschiedenen Seiten und fühlt sich wohl und aktiv.

Bildquelle: sean@crestock